Jan Engelken
, 18:11

„Bats are not birds“ – Nachtführung zu den geheimen Orten im Wald

„Bats are not birds“, sagt Fledermausexpertin Dr. Maret Heydenreich. Deshalb muss man sich schon etwas Besonderes einfallen lassen, um den kleinen Flugsäugern ganz nahe zu kommen. Auf unsere Augen können wir dabei natürlich nicht zählen – den nachtaktiven Flattermännern geht es in der Dunkelheit ganz genauso, weshalb sie sich mittels Echolot orientieren und so auf Beutejagd gehen. Diese Signale – für den Menschen nicht hörbare Ultraschallwellen – kann man sich wiederum zunutze machen, um Fledermäuse aufzuspüren.

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Er versteht die Sprache der Fledermäuse: der „bat detector“

Genau das stand gestern auf dem Programm bei der „Nachtführung zu den geheimen Orten im Wald“. Zu der Phaenomenale-Aktion der Stadtforst Wolfsburg fanden sich gestern Abend über dreißig große und kleine Fledermausfans vor dem VW-Bad ein. Am Startpunkt der Führung konnten sich die Teilnehmer mit der Bedienung der „bat detectors“, der Fledermausdetektoren, vertraut machen.

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Zahlreiche große und kleine Fledermausfans vor dem VW-Bad

Währenddessen gab es von Ronald von Münster (Niedersächsische Landesforsten), Dr. Maret Heydenreich und Dr. Reinhold Kratz (beide Büro Ökotop) vorab einige interessante Informationen zu den geheimnisvollen Protagonisten des Abends: z.B. dass die Fledermäuse zurzeit sehr aktiv sind, weil sie sich für den Winterschlaf oder den Flug ins Winterquartier jetzt noch schnell Kraftreserven anfressen müssen. Und dass alle hiesigen Arten unter strengem Naturschutz stehen, bedroht sind sie durch Lebensraumverlust, Insektizide und auch durch Windräder. Mit einsetzender Dämmerung ging es dann los in den Wolfsburger Wald, mit offenen Augen, offenen Ohren – und offenen Mikrofonen.

Text: Jan Engelken
Fotos: Stephen Dietl

Stephen Dietl
, 14:35

„Ich sehe was, was du nicht siehst“ von Stefanie Woch im Junge Kunst e.V.

Stefanie Woch, Absolventin der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und Meisterschülerin, hat ihre eigene Sicht auf die Dinge – „jenseits üblicher Vorstellungen“, wie es Jörg Hennings aus dem Vorstand des Junge Kunst e.V. in seiner Einführung formuliert. In der Ausstellung „Ich sehe was, was du nicht siehst“ präsentiert Woch ihren Blick auf Wolfsburg, ihre Heimatstadt. Und im Gegensatz zu deren Image als eher farbloser Industriestadt sieht und malt Woch das Grüne, die Natur in und um Wolfsburg. Mit der gestrigen Eröffnung im Rahmen der Phaenomenale 2015 wurde gleichzeitig das Rätsel gelüftet, das Silke Lindenschmidt und Ulf Pankoke bereits am vergangenen Samstag den Besuchern der Galerie Junge Kunst auf den Weg gegeben hatten: ihre Klanginstallation gab Hinweise auf Thema und Motive von Wochs zu diesem Zeitpunkt noch verhüllten Werken. Danach wurden die Besucher gefragt, was sie in der jetzigen Ausstellung wohl erwarten würde. „Die Vorstellungen passten erstaunlich gut“, freut sich Künstlerin Woch, die zur Ausstellung auch ein gleichnamiges Buch verfasst hat. „Ich sehe was, was du nicht siehst“ ist noch bis zum 28. November in der Galerie Junge Kunst in Wolfsburg zu sehen.

Mehr unter: www.junge-kunst-wolfsburg.de

Text: Jan Engelken
Fotos: Stephen Dietl

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Stephen Dietl
, 15:16

Verleihung der Phaenomenale-Awards im phaeno

Gestern Abend wurden im Science Center phaeno die Gewinner der beiden Phaenomenale-Kunstpreise „Social Media Art Award“ und „Human Interface Award“ gekürt. Beide Preise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert. Den erstmalig ausgelobten und vom phaeno gestifteten Human Interface Award übergab phaeno-Direktor Michael Junge an Anaïs met den Ancxt vom Künstlerduo Scenocosme aus Frankreich. Den Social Media Art Award teilen sich in diesem Jahr Marc Lee (Schweiz) sowie Sebastian Schmieg (Deutschland) und Silvio Lorusso (Italien). Übergeben wurden die Auszeichnungen vom Vorsitzenden des Kunstbeirats der Stadt Wolfsburg, Dr. Hans-Joachim Throl. Sowohl Throl als auch Junge freuten sich besonders über die große internationale Resonanz, die die Awards hervorgerufen haben. So seien auch Einsendungen aus den USA, Südamerika oder Taiwan eingegangen.

Die Social Media Art Award teilen sich in diesem Jahr die Arbeiten Pic-me von Marc Lee und Networked Optimization von Silvio Lorusso und Sebastian Schmieg. Pic-me kann den Aufenthaltsort jedes einzelnen Instagram-Users und -Postings jederzeit lokalisieren. Networked Optimization zeigt, wieviel von einem Buch übrig bleiben könnte, „optimierte“ man es durch die Unterstreichungen der Kindle-Leser, die in Amazons Datencentern gespeichert werden.

Zu Pic-me urteilt die Jury: „Das Werk regt auf eindrucksvolle Weise zum Nachdenken über die Konsequenzen von Datenarchiven an und hinterfragt die Rolle des Individuums im www.“ Gleichermaßen überzeugte im Urteil der Jury Networked Optimization: „Sebastian Schmieg und Silvio Larusso (…) führen sinnfällig vor Augen, wie sehr sich das Lesen von einem privaten, persönlichen zu einem öffentlichen Akt entwickelt.“

Jurymitglieder des Social Media Art Award 2015 waren: Marcel Schwierin (Leiter Edith-Russ-Haus für Medienkust), Andreas Broeckmann (Leiter Leuphana Arts Program, Leuphana Universität Lüneburg), Justin Hoffmann (Leiter Kunstverein Wolfsburg/ Künstlerischer Leiter Phaenomenale), Monika Kiekenap-Wilhelm (Leiterin Kulturwerk der Stadt Wolfsburg), Anita Placenti-Grau (Leiterin Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation, Stadt Wolfsburg)

Scenocosme (Grégory Lasserre & Anaïs met den Ancxt) erhielt den Human Interface Award für die Arbeit Matières sensibles, eine Skulptur aus sehr dünnem Eschenholzfurnier, die hochsensibel auf Berührungen durch den Benutzer reagiert und Klänge erzeugt.

Prämiert wurde die Installation, weil – so die Jury – „hier in höchster Qualität, Sorgfalt und Genauigkeit ein ganz besonders sensibler und zur Interaktion auffordernder Weg gefunden wurde, mit Hilfe eines natürlichen Mittlers Mensch und Maschine/Technologie interagieren zu lassen.“

Jurymitglieder des Human Interface Award 2015 waren: Prof. Monika Fleischmann, Pionierin der Medienkunst; Remo Besio, Ex-Direktor vom Schweizer Science Center Technorama; Justin Hoffmann, Leiter Kunstverein Wolfsburg/Künstlerischer Leiter Phaenomenale; Dominik Essing, wissenschaftlicher Mitarbeiter phaeno; Davy Champion, wissenschaftlicher Mitarbeiter phaeno

Eine Auswahl der für beide Preise nominierten Arbeiten wird während der Dauer des Festivals noch bis zum 27. September im phaeno ausgestellt. Der Eintritt für die Awards-Ausstellung ist frei.

Text: Jan Engelken
Fotos: Stephen Dietl

Jan Engelken
, 17:29

„Woher kommt das Tempolimit im Universum?“ – Dr. Josef M. Gaßner im phaeno

Diese Frage hat sich der Mathematiker, Physiker und Kosmologe Josef Gaßner bereits als Kind gestellt. Warum ist das Licht so schnell wie es ist und nicht ein paar 10.000 Kilometer in der Sekunde langsamer oder schneller? Und warum sind die Naturkonstanten in unserem Universum scheinbar so austariert, dass sogar Leben entstehen kann? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Josef Gaßner bis heute und seine Begeisterung für dieses Thema übertrug sich gestern schnell auf das Publikum im phaeno Wissenschaftstheater. Das liegt auch an Gaßners Vortragsstil: er stellt Fragen, lässt Zeit zum Überlegen, sein Anschauungsmaterial ist prägnant, seine Antworten aus der Welt der Wissenschaft überzeugen.

Vor allem schafft es Theorie-Profi Gaßner, die riesigen Dimensionen des Weltalls – soweit möglich – sehr gut zu veranschaulichen. Von der galaktischen Makrodimension geht es sogleich in die Mikrodimension der Atome und Moleküle, zu Wasserstoff- und Heliumfusion im Innern von Sternen. Auch hier zeigt sich ein Muster, ein System: Sterne durchlaufen von ihrer Entstehung bis hin zu ihrem Ende als weißer Zwerg, Neutronenstern oder als Schwarzes Loch verschiedene, präzise terminier- und berechenbare Lebensstadien. Fein austarierte, temperaturabhängige Ursache-Wirkung-Ketten führen z.B. dazu, dass ein Stern am Ende seines Lebens in einer Supernova explodiert – und dadurch wiederum die Grundelemente des Lebens im All verbreitet.

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Beim anschließenden Ausflug in die Quantenmechanik lernen wir unter anderem, dass Bosonen gesellig sind und Fermionen eigenwillige Nerds. Vom Stern in der „akuten Energiekrise“ geht es dann weiter aufs „Trampolin“ der Supernova und zur „letzten Ausfahrt im Universum“, dem Neutronenstern. Auf diese Weise macht Josef Gaßner anschaulich deutlich, dass es tatsächlich so etwas wie einen kosmischen Code gibt, eine präzise Kombination vermeintlich vorprogrammierter Abläufe, die in einer ganz bestimmten Abfolge genau das produzieren, was wir im Universum vorfinden.

Einfach alles scheint perfekt zu passen. Aber Vorsicht: diese bemerkenswerte Feinabstimmung im Universum ist kein Argument für die Anhänger von göttlicher Vorsehung, Intelligent Design und Kreationismus. Denn auch an dieser Stelle hat die Wissenschaft eine überzeugende Antwort parat: das Infinite-Monkey-Theorem. Ein Affe, der unendlich lange auf einer Schreibmaschine herumtippt, wird irgendwann Shakespeares gesammelte Werke verfasst haben – vermutlich ist so auch unser Universum entstanden.

So kommt Gaßner auch zur Beantwortung der eingangs gestellten Fragen, die jetzt falsch gestellt erscheinen. Denn „wenn die Naturkonstanten nicht so wären wie sie sind, dann gebe es auch mich als Fragesteller nicht“. Das Anthropische Prinzip ist natürlich nur dann wirklich stichhaltig, wenn es die Entstehung von Leben als seltenen oder gar einzigartigen Zufall im Universum voraussetzt. Aber auch wenn man diesem plausiblen Umkehrschluss nicht folgen mag, auf eines kann man sich sicher einigen: das Leben ist etwas ganz Besonderes!

Text und Fotos: Jan Engelken

Stephen Dietl
, 13:03

Workshop „Digitale Selbstverteidigung“ im Schiller40 Coworking Space

Eine Hauptroute der Überwachung verläuft entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Bekannt sind etwa die ehemalige Abhöranlage der Stasi auf dem Brocken oder die BND-Abhörstation in Schöningen am Elm. Wolfsburg liegt nur ein paar Kilometer entfernt von Schöningen. Christian Cordes vom Schiller40 Coworking Space im Kulturwerk führte hier im Rahmen der Phaenomenale 2015 einen Workshop durch: Die digitale Selbstverteidigung ist zum Sensibilisieren gedacht.

Cordes stellte verschiedene Netze und Schnittstellen vor, unterschied etwa zwischen NFC, WLAN und Bluetooth. „Da sind die offenen Türen, durch die unsere Smartphones betreten werden können“, so Cordes. Während GPS-Geräte nicht an Personen gekoppelt werden, kann bei Smartphones über die SIM-Karte jede Identität der Besitzerin oder des Besitzers identifiziert werden. Telefonie, E-Mail, Messenger-Dienste wie WhatsApp sowie Internet-Surfen sind die vier grundlegenden Arten, das Handy zu nutzen.

Aber auch ganz praktische Tipps gibt es in der „Digitalen Selbstverteidigung“. Cordes begann mit dem Browser: Seit dem neuen Betriebssystem OS9 für das I-Phone gibt es keinen eingebauten Pop-Up-Blocker mehr im Standard-Browser Safari. Cordes empfiehlt daher, das Add-On „Blockr“ zu installieren, um mehr Kontrolle über das Surfen zu bewahren. Außerdem gibt es alternative Browser, etwa den Verschlüsselungsdienst Tor mit seinen Angeboten auch für Mobilgeräte. Ebenso für Android und IOS ist F-Secure: Der Dienst weist Usern virtuelle Identitäten zu, etwa kann man wählen, ob man im finnischen Espoo oder sonst irgendwo auf der Welt „lebt“.

Wie kann ich verschlüsselt telefonieren? Cordes sprach über das neue Handy, mit dem Bundeskanzlerin Angela Merkel verschlüsselt telefoniert. Das Gerät selbst ist teuer. Die Software jedoch kostenlos: Cordes empfiehlt „Signal“ für IOS bzw. „Redphone“ für Android, beide vom Hersteller Open Whisper Systems. Auch Messenging-Dienste werden durch Verschlüsselung sicherer. Der bekannteste sichere Dienst heißt Threema und bietet eine End-zu-End-Verschlüsselung. An drei Punkten wird die Kommunikation authentifiziert: E-Mail, Telefonnummer und QR-Code. Cordes stuft Threema als sicher ein. Hike, Viber und KakaoTalk seien Alternativen. Dazu Wire und Telegram. Die Verbreitung variiere regional.

Sicherer als Threema jedoch sei nur iMessage in der I-Phone zu I-Phone-Kommunikation, an dem sich bislang die Abhördienste die Zähne ausgebissen hätten. Empfohlen sei aber auf jeden Fall eine Alternative zum Marktführer WhatsApp. Bleibt noch die Funktion des E-Mailens. Sicher vor Überwachung sei PGP, wie auch die Snowden-Enthüllungen belegt haben. Zusätzlich wies ein Workshop-Teilnehmer auf die Unsicherheit von Cloud-Speichern hin. Cordes empfahl Synology- oder Western Digital-Hardware, mit der man seine eigene Cloud einrichten könne.

Text: Christoph Braun
Fotos: Stephen Dietl

Christoph Braun
, 13:39
Kultur tanken in der Porschestraße

Super plus!

Kulturzapfsäule

Ort: KulturInfo der Stadt Wolfsburg, 22.-26.09.2015

Einrichtung: Ali Altschaffel

Im Rahmen der Phaenomenale hat der Wolfsburger Künstler Ali Altschaffel eine Kulturzapfsäule gebaut. Als Ausgangsmaterial diente ihm dabei eine klassische Tankzapfsäule aus den 1980er Jahren.

Vom 22. bis 26.09. gibt es in der Fußgängerzone vor der KulturInfo nun Kultur statt Super plus: Die Rapper Blindtext, der Medienkünstler Axl Bosse oder die Malerin Doris Weiß haben ihre Arbeiten der Stadt zur Verfügung gestellt. Mit einem Computer kann nun jede und jeder zur Zapfsäule in der Porschestraße laufen und über USB-Sticks die Kultur tanken.

Bleibt zu hoffen, dass die Kulturzapfsäule der Stadt erhalten bleibt. Denn auch als Skulptur macht sie eine gute Figur im öffentlichen Raum.

Ali Altschaffel: Kulturzapfsäule
Christoph Braun
, 0:16
Kunsthistoriker Dr. Carstensen

Schwierige Suche nach den Spuren eines Meisters

Hello world!

Christoph Braun
, 17:59
Die Drei ???

Die Drei ??? in drei Sätzen

Lesung: Die Drei ??? und das Gespensterschloss

Ort: Hallenbad – Kultur am Schachtweg, Wolfsburg, Samstag, 19.09.2015, 20 Uhr

Produktion: Danny Richter

Danny Richter, ein Kollege und viele Beuteschauspieler aus dem Publikum „lasen“, na, inszenierten die erste Originalfolge der Serie „Die Drei ???“: Das Gespensterschloss. Bis der Fall um den Spukort gelöst war, hatten die Darsteller das halbe Hallenbad in eine Bühne verwandelt. Top-Unterhaltung für die ganze Familie.

Christoph Braun
, 13:09
Spiel aus Licht und Dunkelheit

Levitra sale no prescription All das Brimborium

Mysterien und Rituale, Geburt und Tod

Ort: HolzBankTheater Wolfsburg, Sonntag, 20.09.2015, 18 Uhr

Workshop, Regie und Produktion: Ozana und Cristian Costin

Noch ist es eher ein Geheimnis selbst. In Wolfsburg, nein, in Wolfsburg-Reislingen, agiert ein ernst zu nehmendes Theaterensemble. Ozana und Cristian Costin gründeten bereits in Rumänien ein professionelles Ensemble – das erste überhaupt nach dem Fall Ceaucescus. Mittlerweile arbeitet das Ehepaar seit sechs Jahren in Wolfsburg. Das ist nichts, wenn es darum geht, eine Bühne zu etablieren. Doch mit ihrer Costin Theater Compagnie konnten sie bereits einige Erfolge mit Inszenierungen von Klassikern wie Tschechow und Shakespeare feiern.

Als HolzBankTheater leiten die Costins verschiedene Laien-Ensembles an. Ihr Workshop „Mysterien und Rituale, Geburt und Tod“ gehörte zur Phaenomenale 2015. Es ging darin um die ganz großen existentiellen Fragen. Das Gros der Amateur-Theater geht diese gar nicht erst an.  Die in nur eineinhalb erarbeitete Abschlussvorstellung aber ging weit über das hinaus, was man von Amateuren kennt. „Mysterien und Rituale, Geburt und Tod“ geriet zum Spiel aus Feuer und Dunkelheit. Mit Knicksticks und Schwarzlicht zeigte das aus sechs Schauspielerinnen und Schauspielern bestehende Ensemble einen Reigen der existentiellen Erfahrungen.

All das Brimborium! Geburt und Initiation, Liebe, die Geburt eigener Kinder und die Sorge um diese. Die Gesten gerieten einfach, und waren in dieser Einfachheit konsequent inszeniert. Die Musik traf ebenso den Punkt, ohne je flach zu wirken. In einer 40-minütigen Performance fand das Ensemble zu sich, agierte zusammen – und, noch schwieriger für Nichtprofis, fand sichtbar ein Zuhause auf der Bühne. Die großen Fragen mit Leichtigkeit aufzuwerfen, damit reüssiert dieser Abend.

Christoph Braun
, 13:41
Saubere Paranoia

Die saubere Wahnvorstellung

Operation Mindfuck, Ort: Kunstverein Wolfsburg, Dauer: 18.09.-08.11.2015

Kuratorin: Jennifer Bork

„Die Frage ist nicht, ob du paranoid bist. Die Frage ist, ob du paranoid genug bist“, sagt die Figur Max Peltier in Kathryn Bigelows Sci-Fi-Thriller „Strange Days“ aus dem Jahr 1996. Jennifer Bork hat sich nun der Paranoia angenommen und ihm Rahmen des Phaenomenale-Themas 2015 „Das Geheimnis“ die wahrscheinlich erste Kunstausstellung zu dem Thema auf die Beine gestellt.

„Operation Mindfuck“ versammelt die Arbeiten sechs unterschiedlicher Künstler. Der Titel mag noch auf die Fiktion anheben. Entlehnt ihn Bork, kuratorische Mitarbeiterin des Kunstvereins Wolfsburg, doch einer Bewegung aus der „Illuminatus!“-Trilogie. Der Fokus der künstlerischen Arbeiten jedoch ist weitgehend forschend-dokumentarisch.

Der 1982 in Talinn geborene Ivar Veermäe etwa fotografiert, filmt und und schneidet Archivfilme. In zwei verschiedenen Arbeiten beschäftigt er sich mit Daten-Überwachung und der dazugehörigen Technologie. In klassisch-sachlichem Dokumentarstil zeigt Veermäe etwa die ehemalige Abhöranlage im bayerischen Bad Aiblingen.

Sie gehörte zum Überwachungsnetzwerk Echelon, auf das netzpolitik.org-Chefredakteur Markus Beckedahl in seiner Eröffnungsrede hingewiesen hatte: Man musste nicht paranoid sein, um an die Zusammenarbeit internationaler Geheimdienste zu glauben. Ein EU-Untersuchungsausschuss belegte die Existenz von Echelon. Doch zur Zeit der Veröffentlichung der EU-Dokumentation über Echelon passierten die Anschläge des 11.09.2001. Und die Paranoia-Spirale wurde weitergedreht.

Eine der großen paranoiden Erzählungen greift Sven Kalden auf. Sein „Conspiracy Car“ steht als Objekt in den Räumen des Kunstvereins Wolfsburg: Das silbergraue Modell eines Porsche 911. Kalden, künstlerischer Mitarbeiter im Lehrstuhl für plastisches Gestalten an der BTU Cottbus, spielt auf ein Ausschreiben an. Ein US-amerikanischer Journalist hatte im Mai 2015 eine Million US-Dollar für die Person angeboten, die nachweisen kann, dass das World Trade Center nicht mit Sprengstoff zu Fall gebracht worden ist.

Auch der Kölner Piet Wessing greift einen Zentralmythos der Verschwörungstheorie auf: in Teil sieben seines breit angelegten „Conspiracy Projects“ zeigt er Drucke auf Fotopapier rund um die Ermordung John F. Kennedys. Sie hängen sauber und ordentlich gerahmt an einer Wand. Und derart aufgeräumt, kontrolliert quasi, präsentiert Aram Bartholl zwei verschiedene Arbeiten, die sich beide mit gehackten Passwörtern beschäftigen. Eindrucksvoll clean gerät dabei die Aufarbeitung eines großen Hacks beim Geschäftsnetzwerk Linked In: jeder der acht Bände umfasst jeweils 800 Seiten an Passwörtern, alphabetisch geordnet, der Brockhaus der digitalen Gegenwart.

Während Sander Veenhof eine App stalkyourstalker.com programmiert hat, mit der man wahlweise gestalkt oder selbst zum Stalker werden kann, taucht es dann doch noch auf, das Prinzip Aluhütchen: Auf dem „Strahleneimer“ von Andreas Seltzer wird vor Überwachung und Folter durch „Sender“ des Verfassungsschutzes gewarnt. Das Ausstellungsstück wurde zwischen 1972 und 1975 vom Sendermann bemalt. Der Paranoiker pflegte an Wochenenden über den Berliner Ku’damm zu rennen und ganz West-Berlin vor Lauschangriffen zu warnen.

Der Fotograf Andreas Seltzer hat die vom Strahlenmann im alten Berlin hinterlassenen Graffiti zwischen den Jahren 1972 und 1975 fotografiert – ein beinahe heiter anmutendes Wirrwarr inmitten all der kontrollierten und smarten, ja beinahe aufgeklärt wirkenden Wahnvorstellungen der digitalen Paranoia. Letztgenannte jedoch künstlerisch aufzugreifen, ist das große Verdienst dieser Ausstellung des Kunstvereines Wolfsburg und seiner Kuratorin Jennifer Bork. „Operation Mindfuck“ ist ein absolutes Muss.

Text: Christoph Braun

Fotos: Stephen Dietl

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Operation Mindfuck

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Christoph Braun
, 13:07

Trailer „Die Wirklichkeit kommt“

Sonntag, 20.09.2015 um 18h im Hallenbad –Kultur am Schachtweg:

„Die Wirklichkeit kommt“ von Regisseur Nils Bolbrinker. Unter anderem über den „Sendermann“, dessen Graffiti und Parolen auch Fotograf Andreas Seltzer in der Ausstellung „Operation Mindfuck“ im Kunstverein Wolfsburg zeigt.

 

Jan Engelken
, 16:34

Widersprüchlich, geheimnisvoll, anregend: THE UNKNOWN in der Städtischen Galerie

Verschlungene Wege, ein weit verzweigtes Gängesystem und schmale Wendeltreppen – das ist das Schloss Wolfsburg. Gibt es einen Ort in Wolfsburg, an dem sich das Phaenomenale-Thema „Geheimnis“ stimmiger inszenieren lässt? Vermutlich nicht. Es ist dieser Geist des Ortes, der „genius loci“, der räumlich das vermittelt, was ein Geheimnis ausmacht: das Überraschende, das Unwägbare, das Unbekannte.

Das Unbekannte ist auch Thema der Ausstellung THE UNKNOWN der Städtischen Galerie Wolfsburg, die neben dem Kunstverein Wolfsburg und dem Stadtmuseum ebenfalls ihren Sitz im Schloss hat. Im Rahmen der gestrigen Phaenomenale-Eröffnung waren auch die vier Videoinstallationen erstmals zu sehen – nachdem man sich erfolgreich den Weg in die Silberkammer tief im Innern des Schlosses gebahnt hat. „Es ist eben ein großes Geheimnis, es dauert eine Weile, bis man hierher kommt“, lacht Brigitte Digel, stellvertretende Direktorin der Städtischen Galerie. Aber Neugier und Entdeckungsfreude gehören eben genauso zum Thema Geheimnis wie das Unbekannte selbst.

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Bjørn Melhus „No Sunshine“ (1999)

„Wir haben uns bei THE UNKNOWN auf geheimnisvolle Wesen spezialisiert, die nicht genau zuzuordnen sind und das Thema Geheimnis auf ihre Weise umschreiben“, erläutert Digel. Zwei der vier beteiligten Künstler haben bereits in der Städtischen Galerie ausgestellt, Julia Oschatz und Bjørn Melhus. Oschatz lässt in ihrer Arbeit eine grau gekleidete Figur mit Tierkopf und Klumpfüßen durch eine artifizielle, maximal reduzierte Kulisse laufen, stolpern und fallen. Melhus spielt in seiner Videoinstallation vier nahezu identische Personen, die durch kurze Pop-Song-Phrasen miteinander kommunizieren. Sie wirken durchaus menschlich aber gleichzeitig unbedarft und naiv: eine unbekannte Art von Proto-Mensch? Missglückte Versuche künstlicher Intelligenz? Das bleibt – natürlich – Melhus‘ Geheimnis.

166b

Stefan Panhans „If A Store Clerk Gave Me too Much Change“ (2009)

Stefan Panhans und Old Boys’ Club (Katya Bonnenfant) sind hingegen Neuentdeckungen für Brigitte Digel und die Städtische Galerie. Ein Kriterium bei der Auswahl aller vier Arbeiten: sie sollten zu dem kleinen Raum im Wehrturm, der den historischen Kern des Schlosses ausmacht, passen. Die beiden Arbeiten von Old Boys’ Club integrieren Wand und Decke der rund 700-jährigen Bausubstanz als Projektionsfläche. „Controversy“ (Kontroverse) und „insoluble“ (unlöslich) zeigen mysteriöse Wesen, bizarr ineinander verschlungen oder verzweifelt um Fortbewegung bemüht. Das großformatige HD-Video von Stefan Panhans zeigt eine Person, die eingehüllt in einen wurmartigen Schlafsack und auf Strohballen liegend, dem Zuschauer aus der Horizontalen einen ominösen „vertikalen Weg“ zu Glück und Reichtum predigt: widersprüchlich, geheimnisvoll, anregend – so wie die gesamte Ausstellung.

Text: Jan Engelken
Fotos: Stephen Dietl
Titelmotiv: Bjørn Melhus „No Sunshine“ (1999)

Jan Engelken
, 13:14

360°-Fulldome-Show im Planetarium Wolfsburg: „Geheimnis Dunkle Materie“

Heute um 16 Uhr im Planetarium Wolfsburg: „Geheimnis Dunkle Materie – Die Jagd nach den Bausteinen des Kosmos“! Premiere der neuen 360°-Fulldome-Show im Rahmen der Phaenomenale 2015. Reservierungen unter 05361/8999320. Empfohlen ab 8 Jahren.

Christoph Braun
, 0:03
"Two Shadows"

Spielen auf der Lichtachse

Der Wolfsburger Lichtbildner Bernd Schulz macht seiner Stadt ein Geschenk. Zum 10. Geburtstag des phaeno projiziert er ein Raster aus Licht und Schatten auf die Außenfassade des Baus von Zaha Hadid. „Two Shadows“ heißt seine Lichtinstallation.

„Im Inneren des phaenos wird die Wissenschaft von Licht und Schatten in mehreren Experimenten veranschaulicht“, so Schulz zu seiner Arbeit. „Mit dem Zusammenspiel von senkrechten und waagerechten Linien greife ich außerdem die Architektur Zaha Hadids auf. Sie hat den Bau nach Rastern entworfen.“

Die Lichtinstallation nimmt dem dekonstruktivistischen Bau etwas von seinen exzentrischen Spitzen. Bei Nacht unterstreicht „Two Shadows“ den Fluss des Gebäudes. Er gibt ihm mehr Ruhe. Die Arbeit im Norden Wolfsburgs erhält einen Gegenpol, denn im Süden der Stadt illuminiert Schulz zeitgleich das von Hans Scharoun erbaute Theater. „Dort spiele ich ausschließlich mit Licht und Schatten“, so Schulz, der damit die lange Tradition des Schattenspiels in den darstellenden Künsten betonen möchte.

Stephen Dietl
, 15:31

„Tut mir leid für Sie!“ – Markus Beckedahl eröffnet die Phaenomenale 2015

Befragt nach dem eigentlichen Dilemma unserer Zeit, pflegt der Soziologe Harald Welzer zu antworten: „Wir glauben nicht, was wir wissen.“ Welzer, Professor für Transformationsdesign an der Universität Flensburg und Direktor der Stiftung Futur Zwei in Berlin, hat damit vor allem sein Kernthema im Sinn: das alltägliche Pflegen unserer materiellen Umwelt.

Gestern Abend eröffnete Markus Beckedahl die Phaenomenale 2015 im Gewölbekeller des Schlosses Wolfsburg. Sein Vortrag „Geheimnisse und Datenschutz zwischen Transparenz und Kontrollverlust“ geriet zur tour d’horizon über das alltägliche Pflegen unserer immateriellen Umwelt. Bezeichnenderweise begann der Chefredakteur von www.netzpolitik.org mit einem Beispiel des Kontrollverlustes: Schon lange vor den prominenten Überwachungsenthüllungen durch Edward Snowden habe es eine digitale Überwachungskampagne gegeben. Zum Echelon-Netzwerk aus Geheimdiensten der USA, Großbritanniens und weiterer Verbündeter habe es zu Beginn der 2000er Jahre einen Untersuchungsausschuss der EU gegeben. „Das Ergebnis wurde zwei Wochen nach 9/11 publiziert und interessierte deshalb niemanden.“

Seit dem neuen Jahrtausend hat sich die digitale Kommunikation enorm vervielfacht. Handy-Telefonate, SMS- und Whatsapp-Dienste, soziale Medien wie Facebook und Instagram umgeben fast jede und jeden Einzelnen wie eine zweite Umwelt. Sie besteht gänzlich aus Kommunikation. Wie sehr jedoch diese digitalen Kommunikationen überwacht werden, das habe tatsächlich Edward Snowden durch seine Wikileaks-Enthüllungen im Jahr 2013 transparent gemacht. „Werden wir überwacht? –Ja. Tut mir leid für Sie“, so Beckedahl. Snowden habe etwa gezeigt, dass tatsächlich ein Ringtauschverfahren verschiedener Geheimdienste existiere. Beckedahl skizzierte einige prominente Höhepunkte dieser Überwachung, darunter das Handy der Kanzlerin. Schließlich auch die kleine Staatskrise des Sommers: Der ehemalige Generalbundesanwalt Range verklagte Markus Beckedahl und seinen Kollegen Andre Meister wegen Landesverrates. Ein schwerer Eingriff in die Pressefreiheit. Anlass war eine Veröffentlichung geheimer Dokumente auf netzpolitik.org. Sie belegten, dass der Bundesverfassungsschutz daran arbeitet, Internet-Inhalte massenhaft zu erheben und auszuweiten.

In seinem Vortrag gab sich Beckedahl glaubwürdig als Verteidiger von Bürgerechten. Niemals habe netzpolitik.org die Bundesrepublik schädigen wollen, weshalb die Anklage auf Landesverrat absurd gewesen sei. Nun, Range musste am Ende gehen. Justizminister Maas und Innenminister de Maizière blieben wohl auch nur im Amt, weil bald mit den neuen Strömen Geflüchteter ein neues Thema die Medien bestimmte. Abschließend fasste Beckedahl seine Rede zusammen: “Es geht um unsere digitale Zukunft. Als Bürger müssen wir unsere Freiheitsrechte erkämpfen. Die sind nicht einfach da.“Bleibt zu hoffen, dass wir zu glauben beginnen, was wir wissen.

Text: Christoph Braun

Fotos: Stephen Dietl

Christoph Braun
, 13:49

Aktualisiert: Konzert von Phantom Ghost abgesagt

Phantom-Ghost Presse _ photography and copyright by jutta pohlmann 2009 (2)_retuschiert (1)_sw

Eigentlich wollten Phantom Ghost am 18.09. im phaeno auftreten. Nun erreicht uns die Nachricht: Dieses Konzert fällt aus.

Sänger Dirk von Lowtzow hat sich heute, am 17.09.2015, einen Bänderriss zugezogen.

Aktualisiert am 17.09. um 15.40h: Leider steht inzwischen fest, dass ein Nachholtermin in der Zeit der Phaenomenale aus gesundheitlichen Gründen leider nicht möglich ist. Das Konzert von Phantom Ghost fällt also komplett aus.

Dirk von Lowtzow wünschen wir Gute Besserung!

 

 

Christoph Braun
, 21:43

„Selbsthypnose zwecklos“

Phantom-Ghost Presse _ photography and copyright by jutta pohlmann 2009 (2)_retuschiert

Aktualisiert: Wegen einer Verletzung Dirk von Lowtzows mussten Phantom Ghost das Konzert leider absagen

Die Phaenomenale 2015 findet statt vom 17.09. bis 27.09. in Wolfsburg. „Das Geheimnis“, so lautet ihr Thema. Dirk von Lowtzow singt bei Ihnen in Englisch und damit in einer Fremdsprache. Gibt Ihnen das Freiheiten, die Sie in der deutschen Sprache nicht haben?

Dirk von Lowtzow: Nein, eigentlich nicht. Ich bin seit meiner frühen Jugend Fan von angloamerikanischer Popmusik, Pop-Englisch ist wie eine Muttersprache. Deshalb kommt es eigentlich auf’s Gleiche hinaus. Man kommt vielleicht auf Englisch etwas schneller zum Punkt. Das ist der Konstruktion der Sprache geschuldet.

Thies Mynther: Genau, im Englischen gibt es oft die Möglichkeit, mit kürzeren Worten als im Deutschen zu reimen. Ausserdem ist das englische Idiom ein riesiger Schwamm, der aufgrund der Verbreitung der Sprache kontinuierlich neue Worte aufnimmt und neue erfindet. Das beschränkt sich im Deutschen ja meist auf Anglizismen.

Was spielen Sie eigentlich im phaeno? Einen Mix aus Ihren bisher vier Alben, die Sie zwischen 2001 und 2012 veröffentlicht haben? Oder liegt der Schwerpunkt noch auf dem zuletzt veröffentlichten „Pardon My English“?

Dirk von Lowtzow: Wir spielen einen Mix aus allen fünf Alben, mit Schwerpunkt auf den Pianoarbeiten der letzten Jahre.

Der Termin in Wolfsburg scheint das einzige Phantom Ghost-Konzert weit und breit zu sein. Haben Sie zu viel mit Ihren anderen Bands und Projekten zu schaffen? Falls ja, welche sind das zur Zeit bei Ihnen beiden?

Dirk von Lowtzow: Nur wenn Datum, Witterung und Mondphasen günstig sind, können wir unsere filigrane, ja nahezu poröse Kunst wirkungsmächtig aufführen. Das kommt selten vor. Ist aber dann umso schöner.

Bleibt dennoch Zeit für neue Lieder?

Dirk von Lowtzow: Diese spuken im Augenblick nur in unseren Hirnen herum, sie haben sich noch nicht materialisiert und sind somit reine Spekulationen.

Einer der Workshop-Titel des Phaenomenale-Festivals lautet etwa „Digitale Selbstverteidigung“. Verschlüsseln Sie eigentlich Daten in E-Mail, Internet und Mobilfunk? Oder ist Ihnen das komplett egal?

Dirk von Lowtzow: Ich bin ein offenes Buch.

Thies Mynther: Unsere Arbeiten sind ja von sich aus schon voll verschlüsselt.

Eine der Ausstellungen der Phaenomenale beschäftigt sich mit Verschwörungstheorien und Paranoia. Haben Sie Lieblingsverschwörungstheorien?

Dirk von Lowtzow: Ich verabscheue Verschwörungstheorien zutiefst. Das ist meines Erachtens öder Kifferkram. Zudem ist mir persönlich da stets zuviel Antisemitismus beigemengt. Paranoia kann ich auch nicht leiden. Ich bevorzuge die Hysterie.

Thies Mynther: Interessant finde ich, dass verschiedene Wertsysteme und Gesellschaften ihre jeweils eigenen Verschwörungstheorien ausbilden. Aber schön ist das nicht und es hilft auch niemandem weiter.

Wie würde das Motto lauten, organisierten Phantom Ghost ein Kunst-Festival?

Dirk von Lowtzow: Pädagogisch wertlos!

Thies Mynther: Selbsthypnose zwecklos!

 

Freitag, 18.09.2015, Phantom Ghost im phaeno Wolfsburg

Einlass um 19.30 Uhr. Konzertbeginn um 20 Uhr. Eintritt: 10 Euro. Kartenvorverkauf unter Tel.: 05361 / 890100 oder entdecke@phaeno.de.

Jan Engelken
, 16:44

Human Interface Award Nominees #4: wechselstrom „Fluid Control“

Renate Pittroff und Christoph Theiler aus Wien bilden das Künstlerduo „wechselstrom“. Gemeinsam beschäftigen sie sich mit interaktiven Klang- und Videoinstallationen. Ihre Installation „Fluid Control“ ist für den Human Interface Award 2015 nominiert.

„Das von wechselstrom entwickelte Tool Fluid Control leitet elektrische Impulse durch Wasserströme. Innerhalb des Dispositivs voreingestellter Synthesizer-Setups werden schwindelerregend schnelle, zugleich fein abgestimmte und bisweilen chaotische Bild- und Klangverläufe generiert. Das Tool macht es möglich, mit beiden Händen direkt in den Strom zu greifen und diesen steuernd zu beeinflussen.“ (www.wechsel-strom.net/fluidwechselstrom.html)

Jan Engelken
, 13:46

„Reactable“-Performance mit RU ONDO bei der morgigen Phaenomenale-Eröffnung

Wissen Sie, was ein „Reactable“ ist? Wir lüften auch dieses phänomenale „Geheimnis“: das Reactable ist ein interaktives Musikinstrument in Form eines beleuchteten, runden Tischs mit digital-physischer Schnittstelle, dessen Bedienung durch sog. „Tangibles“ – kleine Würfel und andere Körper – sowie mit den Fingern erfolgt. Das klingt Ihnen viel zu sachlich, zu nüchtern? Uns auch, denn wir sagen: das Teil ist der absolute Hammer!

Und deshalb gibt es morgen eine abgefahrene Reactable-Session im Rahmen der öffentlichen Phaenomenale-Eröffnungsfeier: Reactable-Profi Ruben „Ru“ Ondo aus Barcelona wird Mensch und Maschine, Musik und Licht zu einem einmaligen Erlebnis verschmelzen.

Nach der Performance von Reactable-Profi Ruben Ondo greift Internet-Experte Markus Beckedahl in das Geschehen ein. Der bekannte Chefredakteur von „netzpolitik.org“ spricht über „Geheimnisse und Datenschutz zwischen Transparenz und Kontrollverlust“. Im Anschluss können vor Ort im Schloss Wolfsburg die Phaenomenale-Ausstellungen „Operation Mindfuck“, „the unknown“ und „You are here“ besucht werden.

Beginn der Eröffnungsveranstaltung ist morgen (Donnerstag) um 19:00 Uhr im Gewölbekeller von Schloss Wolfsburg. Das gesamte Phaenomenale-Programm bis zum 27. September gibt es hier, Infos zur Eröffnungsveranstaltung hier.

Stephen Dietl
, 11:39

Die Geheimnisse von… Davy Champion, phaeno Wolfsburg

Mit der Interview-Reihe „Die Geheimnisse von…“ stellt das Phaenomenale-Blog die Gesichter hinter dem Festival vor. In der neunten Folge redet Davy Champion vom phaeno Wolfsburg über seine Geheimnisse.

Die Phänomenale 2015 findet vom 17.09. bis 27.09. in Wolfsburg statt. „Das Geheimnis“, so lautet ihr Thema. Wie interpretiert das phaeno diese Vorgabe?

Ich würde die Frage mit einigen Gegenfragen beantworten wollen: Was sind die größten noch bestehenden Geheimnisse für die Naturwissenschaften, für die Forschung? Wird es eines Tages für die Wissenschaften keine Geheimnisse mehr geben oder wird unser Wissen beschränkt bleiben? Einige Aspekte werden sicherlich in dem Vortrag von Dr. Josef M. Gaßner „Das Geheimnis des Universums: der kosmische Code“ am 22. September im phaeno behandelt.

Auf welche Phaenomenale-Produktion außerhalb des phaenos freuen Sie sich persönlich?

Die Installation Two Shadows, eine Fassadenprojektion von Bernd Schulz.

Mussten Sie schon einmal ein Ihnen wichtiges Geheimnis preisgeben?

Ja. Das kann durchaus schmerzhaft sein, wenn es die „dunkle“ Seite des eigenen Ichs betrifft. Da muss ich gerade an den autobiographischen Roman von James Ellroy „My dark places“ denken…

Wie verschlüsseln Sie Ihre Daten in E-Mail, Internet und Mobilfunk?

Gar nicht. Ich empfinde keine Notwendigkeit dazu. Bisher.

Verraten Sie uns jetzt ein Geheimnis?

Das bestbehütete in der Musikbranche (lacht): www.marillion.com

Jan Engelken
, 14:45

Human Interface Award Nominees #3: Merlin Baum „Kinetisches Lichtinterface“

„Merlin Baum beschäftigt sich mit dem Moment, in dem der Mensch etwas auslöst, Energie freisetzt, um eine Maschine oder einen Mechanismus in Gang zu setzten. Die Objekte, die durch seinen Arbeitsprozess entstehen, tragen den Schwerpunkt Interface als zentrales Element in sich. So ist die Bedienung seiner Objekte durch den Menschen nicht nur möglich, sondern notwendig. Mit dem Kinetischen Lichtinterface entwickelt Merlin Baum ein Umfeld, in dem es erforderlich ist, dass die Besucher als einzelne Person oder Gruppe aktiv agieren. Dabei dürfen sie sich frei bewegen und unter dem Lichtinterface tanzen, es anpusten oder mit Hilfe dieses Faltblattes Luftströme erzeugen, um der Installation Leben zu verleihen.“ (http://licht.merlinbaum.de/)

Nominiert für den Human Interface Award 2015: die aus 324 einzelnen Lampenelemente bestehende interaktive Installation „Kinetisches Lichtinterface“ des Düsseldorfer Künstlers Merlin Baum.

Jan Engelken
, 16:08

Human Interface Award Nominees #2: Yvonne Rogers „VoxBox“

Empirische Sozialforschung, Meinungsforschung, Bürgerbeteiligung – diese abstrakten Begriffe macht das VoxBox-Projekt erleb- und im wahrsten Sinne des Wortes greifbar. VoxBox ist eine eineinhalb Meter große Maschine, die als „physischer Fragebogen“ konzipiert ist: mittels Knöpfen, Reglern und Schiebern beantwortet der Besucher vor Ort Fragen zum gerade stattfindenden Event. Die Ergebnisse werden auf der Rückseite des Geräts als Feedback für den Befragten und für Außenstehende visualisiert. Der Vorteil im Vergleich zum klassischen Fragebogen? Keine Probleme mehr mit einer geringen Rücklaufquote oder mangelndem Feedback für die Befragten. Außerdem wecken körperlich erfahrbare Objekte wie die VoxBox und neue Formen der Interaktion das Interesse der Passanten und animieren dazu, sie auszuprobieren.

VoxBox ist für den HIA 2015 nominiert. Das Video zeigt den ersten Einsatz der VoxBox in den „Tour de France Fan Parks“ in London. Das Projekt wird von einem Forscherteam um Prof. Yvonne Rogers geleitet, beteiligt sind das University College London, das Intel Collaborative Research Institute on Sustainable and Connected Cities und das UCL Interaction Centre.

Jan Engelken
, 14:33

Human Interface Award Nominees #1: Scenoscome „Matières sensibles“

Hochmoderne Sensoren und Schnittstellen in Smartphones oder Smartwatches versorgen uns mittlerweile mit diversen Daten zu Gesundheit und Lebensgewohnheiten. Selbstoptimierung und Fitness stehen auf der Habenseite, Datenmissbrauch und die Preisgabe intimer Informationen stellen potenzielle Gefahren dar.

Die kritische Auseinandersetzung mit diesen technischen Errungenschaften findet längst auch in der Kunst statt. Aber nicht nur das: denn die Kunst macht sich die Möglichkeiten von Körpersensoren, Eyetracking und Smartphones auch vermehrt selbst zunutze: völlig neue Formen der Interaktion zwischen Künstler, Kunstwerk und Betrachter schaffen eine neue Dimension der Kunsterfahrung. Dieser hochaktuellen Kunstströmung widmet sich der Human Interface Award, der auf der Phaenomenale 2015 erstmals vergeben wird. Mit dem vom phaeno Wolfsburg gestifteten Preis soll die Idee und Umsetzung einer Installation honoriert werden, die dem Betrachter die Interaktion über eine Schnittstelle ermöglicht. Wir stellen die vier nominierten Künstler vor.

Scenoscome“ sind Gregory Lasserre und Anais met den Ancxt. Das Künstlerduo aus Frankreich entwickelt sein eigenes Konzept von Interaktion anhand unterschiedlicher Ausdrucksformen: Kunst, Technik, Sound und Architektur. Nominiert für den HIA 2015 ist ihre Arbeit „Matières sensibles“ (Sensitive matters).

Stephen Dietl
, 11:38

Die Geheimnisse von… Andreas Plate, Hallenbad – Kultur am Schachtweg

Mit der Interview-Reihe „Die Geheimnisse von…“ stellt das Phaenomenale-Blog die Gesichter hinter dem Festival vor. In der achten Folge redet Andreas Plate vom Hallenbad – Kultur am Schachtweg über seine Geheimnisse.

Die Phänomenale 2015 findet vom 17.09. bis 27.09. in Wolfsburg statt. „Das Geheimnis“, so lautet ihr Thema. Wie interpretiert das Hallenbad diese Vorgabe?

Mit einer Lesung aus „Die drei ??? und das Gespensterschloss“, dem ersten Buch der bekannten Serie.

Auf welche Phaenomenale-Produktion außerhalb des Hallenbads freuen Sie sich persönlich?

Auf die Ausstellung Waldprotokolle bei uns im Hause, in der ehemaligen Schwimmerhalle, da ich selbst sehr auf geheimnisvolle Sounds stehe.
Außerdem auf das Konzert von Phantom/Ghost, welches im Phaeno stattfinden wird.

Mussten Sie schon einmal ein Ihnen wichtiges Geheimnis preisgeben?

Für die Liebe gibt man so manches Geheimnis preis. Also ja. (lacht)

Wie verschlüsseln Sie Ihre Daten in E-Mail, Internet und Mobilfunk?

Alle einzeln und umständlich mit ausgewogenen Passwörtern die möglichst viele Sonderzeichen enthalten, die aber alle einen für mich persönlich nachvollziehbaren Bezug haben.

Verraten Sie uns jetzt ein Geheimnis?

Niemals! (lacht triumphierend)

Stephen Dietl
, 12:04

Die Geheimnisse von… Anita Placenti-Grau, IZS Wolfsburg

Mit der Interview-Reihe „Die Geheimnisse von…“ stellt das Phaenomenale-Blog die Gesichter hinter dem Festival vor. In der siebten Folge redet Anita Placenti-Grau vom Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS) über ihre Geheimnisse.

Die Phänomenale 2015 findet vom 17.09. bis 27.09. in Wolfsburg statt. „Das Geheimnis“, so lautet ihr Thema. Wie interpretiert das IZS diese Vorgabe?

Zu den Aufgaben eines Archivs gehört es, historische Dokumente zu bewahren. Damit können wir das ein oder andere Geheimnis der Stadtgeschichte an die Öffentlichkeit bringen. Das IZS versteht sich als öffentliche Einrichtung, welche es nicht nur als seine Aufgabe sieht, die Geschichte zu dokumentieren und zu erforschen, sondern sie durch die Arbeit in der Geschichtswerkstatt auch den Bürger/-innen zu vermitteln.

Auf welche Phaenomenale-Produktion außerhalb des IZS freuen Sie sich persönlich?

Das finde ich im Voraus schwer zu beantworten. Das Angebot ist dieses Jahr so breit und spannend, dass ich mich unvoreingenommen auf die Veranstaltungen einlassen möchte.

Mussten Sie schon einmal ein Ihnen wichtiges Geheimnis preisgeben?

Jeder hat bestimmt schon mal versehentlich etwas ausgeplaudert. In der Kindheit hatte das Bewahren von Geheimnissen eine wahnsinnig große Bedeutung, und so hat man sie gehütet. Und wenn es nur war, dass man das letzte Stück Schokolade aus dem Schrank genommen hat! (lacht)

Wie verschlüsseln Sie Ihre Daten in E-Mail, Internet und Mobilfunk?

Mein Onlineverhalten ist weitgehend passiv. Wirkliche Verschlüsselung ist mir momentan aber zu aufwändig.

Verraten Sie uns jetzt ein Geheimnis?

Nein, top secret, das bleibt alles unter Verschluss. (lacht)

Stephen Dietl
, 12:20

Die Geheimnisse von… Christian Cordes, Schiller40 Coworking Space

Mit der Interview-Reihe „Die Geheimnisse von…“ stellt das Phaenomenale-Blog die Gesichter hinter dem Festival vor. In der sechsten Folge redet Christian Cordes vom Schiller40 Coworking Space im Kulturwerk über seine Geheimnisse.

Die Phänomenale 2015 findet vom 17.09. bis 27.09. in Wolfsburg statt. „Das Geheimnis“, so lautet ihr Thema. Wie interpretiert das Schiller40 diese Vorgabe?

Schützen, was es zu schützen gibt und Transparenzen schaffen, wo sie notwendig sind. Unsere Programminhalte sind kein Geheimnis, ebenso wenig wie die Angebote des Schiller40 Coworking Space im Kulturwerk. Wir sind offen für Neues und lüften sogar „Geheimnisse“ im Umgang mit Digitaltechnologie am Beispiel unserer Smartphoneschule.

Auf welche Phaenomenale-Produktion außerhalb des Schiller40 freuen Sie sich persönlich?

Auf viele Dinge. Ich bin aber eher gespannt auf das Ereignis insgesamt, als dass ich Highlights definieren könnte. Das Festival gibt in seiner Gesamtheit ein rundes und stimmiges Paket ab und bietet viele Anknüpfungspunkte für den individuellen Geschmack.

Mussten Sie schon einmal ein Ihnen wichtiges Geheimnis preisgeben?

Das ist natürlich eine Frage der Definition. Ein Geheimnis habe ich bereits des Öfteren preisgeben müssen. Ein Whistleblower bin ich aber bisher nicht gewesen, bzw. mit solchen Themen der absoluten Geheimhaltungsstufe in Kontakt gekommen. Ich habe aber Respekt vor der Arbeit von Edward Snowden und Julian Assange und finde diese gut und richtig. Gerade im Kontext der NSA-Affäre halte ich eine breite Öffentlichkeit für mehr als wichtig.

Wie verschlüsseln Sie Ihre Daten in E-Mail, Internet und Mobilfunk?

Verschlüsselte Kommunikation hängt sehr vom Gegenüber ab und ob dieser die Technologie auch nutzt. Dort wo ich diese anwenden kann, nutze ich Sie auch konsequent. Im Rahmen des Festivals zeigen wir im Schiller40 Coworking Space im Kulturwerk, wie einfach digitale Selbstverteidigung möglich ist.

Verraten Sie uns jetzt ein Geheimnis?

Ich lebe eigentlich sehr transparent und bin im Netz sichtbar, mit dem, was ich denke und wo ich mich aufhalte. Geht da noch mehr? Aber gut: Ich mag keinen Thunfisch und keinen Lachs.

Stephen Dietl
, 12:46

Die Geheimnisse von… Justin Hoffmann, Kunstverein Wolfsburg

Mit der Interview-Reihe „Die Geheimnisse von…“ stellt das Phaenomenale-Blog die Gesichter hinter dem Festival vor. In der fünften Folge redet Justin Hoffmann, Künstlerischer Leiter der Phaenomenale und Direktor des Kunstvereins Wolfsburg, über seine Geheimnisse.

Die Phänomenale 2015 findet vom 17.09. bis 27.09. in Wolfsburg statt. „Das Geheimnis“, so lautet ihr Thema. Wie interpretiert der Kunstverein Wolfsburg diese Vorgabe?

Wir zeigen u. a. die Ausstellung „You are here“, bei der man die Kunst erst entdecken muss. In unserem „Raum für Freunde“ findet man Hinweise auf Werke, die im ganzen Schlossareal verteilt sind.

Auf welche Phaenomenale-Produktion außerhalb des Kunstvereins freuen Sie sich persönlich?

Auf den Auftritt von Phantom Ghost. Dirk von Lowtzow kennt man ja vor allem durch seine Band Tocotronic. Seine interessantere, experimentellere Seite zeigt er aber in seiner anderen Band, deren Name Phantom Ghost so gut zu dieser Phaenomenale passt.

Mussten Sie schon einmal ein Ihnen wichtiges Geheimnis preisgeben?

In persönlichen Beziehungen geschieht das immer wieder, aber dies macht eine enge Verbindung schließlich aus.

Wie verschlüsseln Sie Ihre Daten in E-Mail, Internet und Mobilfunk?

Gar nicht, ist mir zu kompliziert.

Verraten Sie uns jetzt ein Geheimnis?

Nein, denn wenn man ein Geheimnis nennt, geht es als Geheimnis verloren.

Stephen Dietl
, 11:59

Die Geheimnisse von… Martina Flamme-Jasper, phaeno Wolfsburg

Mit der Interview-Reihe „Die Geheimnisse von…“ stellt das Phaenomenale-Blog die Gesichter hinter dem Festival vor. In der vierten Folge redet Martina Flamme-Jasper, Leiterin Kommunikation des phaeno Wolfsburg, über ihre Geheimnisse.

Die Phänomenale 2015 findet vom 17.09. bis 27.09. in Wolfsburg statt. „Das Geheimnis“, so lautet ihr Thema. Wie interpretiert das phaeno diese Vorgabe?

Im phaeno werden wir von Geheimschriften über geheimnisvolle Täter bis hin zum Geheimnis des kosmischen Codes – passend zu einem Science Center – viel zum Staunen, Mitmachen und Ausprobieren bieten. Highlights werden das Konzert von „Phantom Ghost“ und die Ausstellung der nominierten Kunstwerke und Preisträger des Human Interface Awards und des Social Media Art Awards des Kulturwerks sein. Im Rahmen des erstmals von phaeno ausgelobten Human Interface Awards zeigen wir spannende interaktive Installationen wie beispielsweise die Skulptur „Matières sensibles“ der französischen Künstlergruppe „Scenoscome“. Sie besteht aus sehr feinem und zartem Sumpfeschen-Holzfurnier und hat unterschiedliche klangliche Berührungsfelder, die den natürlichen Holzmaserungen folgen. Wenn man die Holzskulptur leicht berührt, produziert sie geheimnisvolle Klänge. Sie zittert, schnurrt, knirscht …. gibt verschiedene schallende Töne von sich.

Auf welche Phaenomenale-Produktion außerhalb des phaeno freuen Sie sich persönlich?

Ich bin sehr gespannt auf die Ausstellung „Operation Mindfuck“ im Kunstverein, weil mich interessiert, wie Künstler sich dem weiten Feld von Verschwörungstheorien nähern. Auch den Workshop „Digitale Selbstverteidigung“ im Schiller40 Coworking Space finde ich spannend.

Mussten Sie schon einmal ein Ihnen wichtiges Geheimnis preisgeben?

Das musste sicherlich jeder schon mal. Prinzipiell bin ich selber aber gar keine „Geheimnisikrämerin“ – als Kommunikatorin bin ich ja auch eher dafür zuständig, Informationen weiterzugeben anstatt sie für mich zu behalten.

Wie verschlüsseln Sie Ihre Daten in E-Mail, Internet und Mobilfunk?

Eigentlich habe ich mir darüber bislang wenig Gedanken gemacht. Mein Rechner im Büro ist durch Virenschutz-Software und Firewalls geschützt und auch mein privater Computer ist entsprechend ausgestattet. Ich hoffe, dass ich in dem Workshop „Digitale Selbstverteidigung“ noch praktische Tipps bekomme, wie man sich bei der Handynutzung besser vor Angriffen von außen schützen kann. Da habe ich noch Nachholbedarf.

Verraten Sie uns jetzt ein Geheimnis?

Nein, nicht öffentlich. Wenn ich das mache, dann meist nur an einen ganz kleinen Kreis von „Geheimnisträgern“.

Stephen Dietl
, 12:15

Die Geheimnisse von… Marcus Körber, Städtische Galerie Wolfsburg

Mit der Interview-Reihe „Die Geheimnisse von…“ stellt das Phaenomenale-Blog die Gesichter hinter dem Festival vor. In der dritten Folge redet Marcus Körber, Kurator der Städtischen Galerie Wolfsburg, über seine Geheimnisse.

Die Phänomenale 2015 findet vom 17.09. bis 27.09. in Wolfsburg statt. „Das Geheimnis“, so lautet ihr Thema. Wie interpretiert die Städtische Galerie diese Vorgabe?

Das soll natürlich kein Geheimnis bleiben: Wir werden zur Phaenomenale im Westflügel von Schloss Wolfsburg, also im Bereich unserer Sammlungsausstellung, an einem geheimnisvollen Ort, künstlerische Videoarbeiten vorstellen, in denen geheimnisvolle Wesen eine ganz besondere Rolle spielen.

Auf welche Phaenomenale-Produktion außerhalb der Städtischen Galerie freuen Sie sich persönlich?

Wie ich aus geheimen Quellen erfahren habe, soll zur Eröffnung am 17. September auch Markus Beckedahl, Gründer von Netzpolitik.org und Journalist aus Berlin, kommen und einen Vortrag zu Geheimnissen und Datenschutz zwischen Transparenz und Kontrollverlust halten. Darauf bin ich sehr gespannt!

Mussten Sie schon einmal ein Ihnen wichtiges Geheimnis preisgeben?

Ganz sicher und bestimmt nicht nur einmal! Geheimisse sind doch deswegen auch so schön, weil man sie preisgeben und mit jemandem teilen kann. Dieses Geheimnis verbindet mich dann auf eine ganz besondere Weise mit diesem Menschen. Das muss ja nicht immer gleich was Schlimmes, Böses oder Dramatisches sein. Diese dunkle Seite gibt es natürlich auch. Genauso gibt es aber auch ganz kleine, wunderbar geheimnisvolle Momente, die ich mit jemandem teilen kann. Geheimnisse begleiten uns also ständig durch unser Leben und für viele sind sie die Antriebskraft schlechthin. Schauen wir nur mal in die verschiedenen Wissenschaften und Künste: Da geht es doch ganz oft darum dem Verborgenen, Rätselhaften, Geheimnisvollen nachzuspüren und dabei Neues zu entdecken.

Wie verschlüsseln Sie Ihre Daten in E-Mail, Internet und Mobilfunk?

Zu diesem Thema habe ich persönlich viel mehr Fragen als Antworten, hoffe aber, dass gerade auch ein Festival wie die Phaenomenale zumindest die eine oder andere Antwort darauf geben kann.

Verraten Sie uns jetzt ein Geheimnis?

Das eigentliche Mysterium der Welt ist das Sichtbare, nicht das Unsichtbare! Meint Oscar Wilde. Dem kann ich nur zustimmen.

Christoph Braun
, 16:24
Psst!

Die Geheimnisse von… Monika Kiekenap-Wilhelm, Kulturwerk Stadt Wolfsburg

Mit der Interview-Reihe „Die Geheimnisse von…“ stellt das Phaenomenale-Blog die Gesichter hinter dem Festival vor. In der zweiten Folge redet Monika Kiekenap-Wilhelm, Institutsleiterin des Kulturwerks der Stadt Wolfsburg, über ihre Geheimnisse.

Die Phänomenale 2015 findet vom 17.09. bis 27.09. in Wolfsburg statt. „Das Geheimnis“, so lautet ihr Thema. Wie interpretiert das Kulturwerk Wolfsburg als Mitveranstalter diese Vorgabe?

Sehr wolfsburgspezifisch. Einer unserer Arbeitsschwerpunkte liegt ja darin, die Wolfsburger Kulturszene zu unterstützen. Deshalb bieten wir den Wolfsburgern mit der Kulturzapfsäule eine eher unkonventionelle aber zu unserer Stadt passende Möglichkeit, Kultur zu „tanken“. In die Zapfsäule sind USB-Sticks integriert, die künstlerische Äußerungen (Fotos, Musikaufnahmen, etc.) enthalten. Diese können sich die Wolfsburger herunterladen. Passend zum diesjährigen Thema bleibt das Werk zunächst im Verborgenen. Erst wenn die Datei auf dem Computer geöffnet wird, offenbart sich der künstlerische Schatz. Für die Kulturschaffenden ist dies ein Angebot, ihre „Werke“ in einer ganz besonderen Form öffentlich zu präsentieren. Darüber hinaus steuern auch unser Schiller40 und die Kreativwerkstätten eigene Programmpunkte zum Festival bei.

Auf welche Phaenomenale-Produktion außerhalb des Kulturwerks freuen Sie sich persönlich?

Das ist bei so einer Fülle von interessanten und kreativen Angeboten gar nicht so einfach. Neben vielen anderen Veranstaltungen freue ich mich auf die Ausstellung „You Are Here“ des Raums für Freunde im Kunstverein. Ich kenne das Wolfsburger Schloss sehr gut, weil ich dort seit vielen Jahren immer wieder auch beruflich zu tun habe. Deshalb bin ich gespannt, wie und welche geheimen Orte dort von den Künstlern interpretiert werden.

Mussten Sie schon einmal ein Ihnen wichtiges Geheimnis preisgeben?

Ich bin eher ein offener Mensch und von daher habe ich wenige Dinge, die ich unter keinen Umständen preisgeben möchte. Wenn es doch mal etwas gibt, habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, eine Grenze zu ziehen und offensiv damit umzugehen, dass ich über manche Dinge nicht sprechen möchte. In der Regel wird das vom Gegenüber akzeptiert.

Wie verschlüsseln Sie Ihre Daten in E-Mail, Internet und Mobilfunk?

Ich bin eher ein geek. Trotzdem achte ich grundsätzlich darauf, welche Daten ich preisgebe. Bezogen auf das Internet heißt das auch, dass ich nicht alles online abwickele, obwohl es theoretisch ginge.

Verraten Sie uns jetzt ein Geheimnis?

Nö. (lacht verschmitzt)

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