Die Phaenomenale

Die Phaenomenale

Seit 2007!

Die Phaenomenale findet zum sechsten Mal statt. Das neu strukturierte Festival ist als Beitrag zum 75. Jubiläum der Stadt Wolfsburg zu verstehen. Das Festival, das von nun an alle zwei Jahre durchgeführt wird, erlebt 2013 nach einer Phase der Expansion einen Prozess der Konzentration. Bei der Neu- auflage wurde viel Wert auf die rasche Erreichbarkeit bzw. die örtliche Nähe der Festivalstätten gelegt. Die Besucher sollen problemlos von Ort zu Ort flanieren können. In diesem Zusammenhang spielt auch die Wahl des Septembers als Festivalmonat eine wichtige Rolle. Die vorangegangenen Festivals fanden im Februar statt und machten so Open-Air-Veranstaltungen zum Härtetest für die Zuschauer. Die Phaenomenale, das einzige Festival seiner Art in Niedersachsen, ist damit noch besucherfreundlicher geworden.

Die Phaenomenale

Thema 2013

Jeder Mensch ist ein Erfinder!

Der Erfindergeist ist ein Wesenszug des Menschen, der ihn in der Evolution weit voran gebracht hat. Sein Einfallsreichtum, seine handwerklichen Fertigkeiten und seine Fähigkeit, Probleme zu lösen, heben den Menschen unter den anderen Lebewesen hervor. Und hätte es den Menschen nicht gegeben, hätte er ihn erfunden.

Es sind vor allem zwei Tendenzen, die das Entstehen von Erfindungen in den letzten Jahren wesentlich verändert haben. Die eine basiert auf dem Internet, das neue Wege der Kommunikation eröffnet. Es ermöglicht den Menschen, sich mit Personen, die an ähnlichen Fragestellungen arbeiten, über eine Hardware wie z. B. Arduino auszutauschen. User aus den entlegensten Teilen der Welt können so gemeinsam Probleme lösen. Einigen Softwareentwicklern ist es gelungen, durch ihre Innovationen die Kommunikationswege zwischen den Menschen grundlegend zu verbessern und damit auch auf politischer Ebene (z. B. zum Aufruf zu Demonstrationen) wirksam zu sein.

Die andere Tendenz hängt mit einem veränderten Demokratieverständnis, einem gesteigerten Selbstbewusstsein im Sinne von Self-Empowerment zusammen. Menschen nehmen Dinge immer mehr selbst in die Hand. Erfindungen müssen nicht durch Forschungsaufträge abgesichert und finanziert sein. Jeder kann auf den unterschiedlichsten Gebieten Ideen in die Praxis umsetzen. Dieses Denken korrespondiert mit der demokratischen Vorstellung, an allen wichtigen gesellschaftlichen Fragen zu partizipieren. Sie kommt in Formen der Selbstorga- nisation und des Personal Branding zum Ausdruck. Aus dem mündigen ist ein erfinderischer Bürger geworden.

Das Thema des Festivals 2013 spielt auf den berühmten Ausspruch von Joseph Beuys „Jeder Mensch ist ein Künstler“ an. Im Zusammenhang mit seiner Idee der sozialen Plastik rief Beuys dazu auf, kreativ zu werden, Kunst zu produzieren und Gesellschaft zu gestalten. Mit ähnlicher Zielsetzung gründete Beuys auf der documenta 5 ein Büro für direkte Demokratie durch Volksabstimmung. Mit der Verschiebung von Künstler zu Erfinder wird eine Ausweitung dieser Aussage auf den technisch-naturwissenschaftlichen Bereich markiert.